Konzert

Bruckner-Zyklus IX

Sinfonie Nr. 9 d-Moll WAB 109

Mit der 9. Sinfonie kommt der mehrjährige Bruckner- Zyklus zum Abschluss und Höhepunkt und fügt sich zugleich ideal in das Festivalmotto »Visionen«: Bruckner entwirft hier keine bloße Sinfonie mehr, sondern eine Klang-Vision von Letztem und Unabwendbarem. Im Wissen darum, sie möglicherweise nicht mehr vollenden zu können, wollte Bruckner ein Monument der Ewigkeit schaffen – eine Musik, die über das Moment hinausweist und das Hören in einen Raum aus Erwartung, Glauben und Ahnung zieht. Er starb über dem Finale und so wurde die Neunte eine gewaltige, unvollendete Abschiedsgeste eines Komponisten, der seine Musik und sein Leben »dem lieben Gott« gewidmet hat. Gewaltige Blechbläserchöre, erschütternde harmonische Abgründe und mystische Klangflächen durchziehen die drei vollendeten Sätze, die in ihrer erhabenen Größe zwischen Diesseits und Jenseits zu schweben scheinen. Eingeleitet wird dieser Abend von Johann Sebastian Bach: Mit dem »Contrapunctus XIV« aus der Kunst der Fuge öffnet sich zuvor ein ebenso strenger wie visionärer Denkraum, in dem sich musikalische Idee und Konstruktion verdichten.

Programm

JOHANN SEBASTIAN BACH (1685–1750)
Contrapunctus XIV (Fuga a 3 Soggetti)
aus Die Kunst der Fuge BWV 1080

ANTON BRUCKNER (1824–1896)
Sinfonie Nr. 9 d-Moll WAB 109