Mit einem „Großen Hallo!“ wollen wir uns als Team von unserem Publikum in Münster verabschieden. Wie gewohnt werden wir uns mit spektakulären Uraufführungen und frischem Blick auf die große Theaterliteratur den wesentlichen Fragen unserer Zeit widmen: sinnlich, gedankenscharf, spielerisch. Thomas Köck, einer der wichtigsten Stimmen der Gegenwartsdramatik, wird uns eine neue Version von Hamlet schreiben und inszenieren und darin Macht- und Ausbeutungsmechanismen mit den Folgen für das Klima zusammendenken. Die Uraufführung von Ozan Zakariya Keskinkılıç’ vielfach ausgezeichnetem Roman Hundesohn feiert queeres Begehren, nicht nur in der muslimischen Community. Der US-Amerikanische Regisseur Sam Max zeigt uns mit Tennessee Williams die dunkel-berührenden Seiten dieses Begehrens. Lily Sykes bringt uns mit dem Käthchen von Heilbronn eine Fundamentalistin der Liebe auf die Bühne. Wilke Weerman führt uns mit dem Komödienklassiker Arsen und Spitzenhäubchen auf einen abgründigen Horrortrip. Nora Abdel-Maksoud macht in ihrer Komödie Wokey Wokey auf bitterbösurkomische Weise Schluss mit den „Anstrengungen um politische Korrektheit“ und feiert den Backlash. Wie weit es zurückgehen könnte, davor warnt Brechts Stück der Stunde (Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui): vor dem zurzeit sehr konkret möglichen Wiedererstarken des Faschismus. Happy Backlash?
Remsi Al Khalisi
Schauspieldirektor und Stellvertreter der Generalintendantin in künstlerischen Fragen
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