Die Kunst des Schauspiels ist auch die Fähigkeit zur Empathie. Sich einfühlen, mitempfinden, sich in jemanden hineinversetzen und diesen Perspektivwechsel dem Publikum zur Verfügung zu stellen, das ist Theaterspiel. Es wurden in westlichen Gesellschaften in den letzten Jahrzehnten viele Freiheiten erkämpft, erstritten, erspielt und durchgesetzt und „unsere freiheitliche Grundordnung“ als solche ernst genommen, der Begriff mit gelebter Praxis gefüllt. Wir leben in Zeiten, in denen es immer mehr Menschen gibt, die bereit sind, auf ihre Freiheit zu verzichten: eine neue Sehnsucht nach Herrschaft. Und es gibt in der westlichen Welt immer mehr Gewählte, die, als „Auserwählte“ diese Herrschaft empathie- und gnadenlos auszuüben, nur allzu bereit sind, wie die Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek in ihrem Stück Endsieg dunkel-grotesk noch in der Nacht der erneuten Wahl des US-amerikanischen Präsidenten zupackend in Worte gefasst hat. Wir wollen einmal mehr (und wichtiger denn je!) heiter, ernst, schräg und nachdenklich, bunt und einfarbig: Vielfalt feiern, Geschlechter- und Genderkonzepte in Frage stellen (Bunbury – Ernst sein ist alles!, Muskeln aus Plastik, Heartship), Machtstrukturen bloßlegen (Toxische Männer, Maria Stuart), Fluchtgeschichten erzählen (Die Wurzel aus Sein) und vieles mehr: „An artist's duty, as far as I'm concerned, is to reflect the times.“ (Nina Simone)
Remsi Al Khalisi
Schauspieldirektor und Stellvertreter der Generalintendantin in künstlerischen Fragen
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