© Hans Jürgen Landes
Schauspiel

Die Wurzel aus Sein

Wajdi Mouawad
PREMIERE
23. Januar 2026
Aus dem Französischen von Uli Menke

DEUTSCHE ERSTAUFFÜHRUNG

AUFFÜHRUNGSDAUER
ca. 3 Stunden inklusive einer Pause nach 1 Stunde und 30 Minuten

1978 muss der kleine Talyani mit seiner Familie vor dem Bürgerkrieg aus den Libanon fliehen. Wohin verschlägt sie der Zufall? Nehmen sie ein Flugzeug nach Rom oder nach Paris? In Wajdi Mouawads Stück entspinnen sich ausgehend von unterschiedlichen Flucht-Möglichkeiten der Familie Waqar Malik  verschiedene Versionen ihres Schicksals: Talyani wird gefeierter Neurochirurg in Italien, bildender Künstler und Enfant terrible in Quebec, verurteilter Mörder in einer texanischen Todeszelle oder er bleibt doch als Inhaber eines Jeansladens in Beirut. Dort ereignet sich 2020 eine große Explosion, mit der sich die Frage nach einem im Libanon möglichen Leben erneut stellt. Die Geschichten fallen zunehmend ineinander und bilden eine große, serienähnliche Erzählung. Alle Figuren stehen an entscheidenden Momenten ihres Lebens, sie suchen nach Gesten des Muts und des Vergebens. Regisseur Moritz Sostmann bringt Mouawads rasantes wie philosophisches Stück mit Schauspieler* innen und Puppen in Münster zur Deutschen Erstaufführung.  In Münster inszenierte er in der Spielzeit 23/24 „eine höchst poetisch-artistische Bühnenversion“ (F.A.Z.) von Serhij Zhadans Internat.

 

Das Stück Die Wurzel aus Sein ist im Verlag der Autoren auch als Buch erschienen. 

Trailer

Inszenierungsfotos

  • Julius Janosch Schult, Johannes Benecke / © Hans Jürgen Landes
  • Alaaeldin Dyab, Elzemarieke de Vos / © Hans Jürgen Landes
  • Daryna Mavlenko, Franziska Rattay, Maximilian Teschemacher, Julius Janosch Schulte / © Hans Jürgen Landes
  • Ensemble / © Hans Jürgen Landes
  • Ensemble / © Hans Jürgen Landes
  • Franziska Rattay, Maximilian Teschemacher / © Hans Jürgen Landes
  • Ensemble / © Hans Jürgen Landes
  • Ensemble / (c) Hans Jürgen Landes
  • Franziska Rattay, Johannes Benecke, Artur Spannagel / © Hans Jürgen Landes
  • Pascal Riedel, Artur Spannagel / (c) Hans Jürgen Landes
  • Maximilian Teschemacher, Pascal Riedel, Elzemarieke de Vos / © Hans Jürgen Landes
  • Daryna Mavlenko, Johannes Benecke / © Hans Jürgen Landes

Pressezitate

  • Gerhard Preußer - Mit allem gerechnet, in: nachtkritik.de

    Ein kolossales Panorama: Fünf Lebensläufe verschränkt Wajdi Mouawad in seiner globalen Rundumschau "Die Wurzel aus Sein". Und reichert sie mit einem guten Schuss Philosophie an. Regisseur Moritz Sostmann stutzt das Ganze geschickt und hat eine Menge Humor parat.

    Wie bändigt man dieses narrative Ungeheuer mit den fünf Köpfen? Mit Puppen. Das ist Moritz Sostmanns Lösung in Münster.

    Wie der demente Vater in Kanada in einer "King Lear"-Szene seine drei Kinder auf Pappbechern unterschreiben lässt, dass sie ihn lieben, ist schon sehr komisch. […] Und die Figur einer katholischen Christin, die in Bibelversen redet und mit Weihwasser aus Lourdes um sich spritzt, gibt auch Gelächter.

    Die Regie macht alles richtig, kürzt den Text, […] beschleunigt die Szenenwechsel zwischen Beirut, Rom, Montreal und Texas.

     

  • Robin Gerke - Achterbahn aus Fühlen und Denken, in: Westfälische Nachrichten (26.01.26)

    „Die Wurzel aus Sein“ erzählt Liebe, Vergebung, Familie und Schicksal lebensnah und ergreifend – ob in Montreal oder Rom, mit Mensch oder Puppe. Richtig gelesen: Moritz Sostmanns Inszenierung setzt neben dem Schauspiel-Ensemble auch auf Letztere aus der Werkstatt von Hagen Tilp.

    Das Ensemble jongliert die steten Rollenwechsel und zusätzlichen Puppenspieler-Dienste virtuos. […] Der Ton, den der poetische Eröffnungs-Monolog (Alaaeldin Dyab) anschlägt, lässt nicht vermuten, wie witzig dieses Stück über weite Strecken sein wird.

    Oft genug bleiben die herzhaften Lacher dem Publikum im Halse stecken, wenn Krankheit, Familiendrama oder existenzielle Fragen plötzlich das Heft wieder in die Hand nehmen. Der Zuschauer erlebt eine Achterbahn aus Fühlen und Denken, die für Langeweile wahrlich keinen Platz lässt.

  • Thomas Hilgemeier - Ich liebe dich, weil ich dich liebe, in: Theater Pur

    Elzemarieke de Vos spielt sie unglaublich realitätsnah: Mal ist ihr zum Haareausrupfen, mal hat sie Haare auf den Zähnen. Sie ist zäh, gibt nicht auf und verzweifelt manchmal am sturen Vater, manchmal an ihren Brüdern, die sich lieber raushalten und ihr eigenes Ding machen. So oder ähnlich kennen wir doch alle familiäre Situationen, oder? de Vos hält uns da einen Spiegel vor. 

    Nabil hält sich fern vom Geschehen, taucht nur auf, wenn es sein muss - ein konfliktscheuer Typ, den Artur Spannagel äußerlich cool, aber zutiefst berührend unsicher zeichnet, wenn er Emotionen an sich heran lässt.

    Regisseur Moritz Sostmann erweist sich als virtuoser Dirigent der verschiedenen Handlungsorte. Er schafft fließende Übergänge, die das Publikum nie irritieren. Alle wissen immer, wo sie sind. Puppen werden in die Handlung integriert, lockern das Geschehen auf, schaffen aber auch in den Szenen neue, faszinierende Handlungsebenen. Franziska Rattay und Maximilian Teschemacher tragen durch intensive Sprache dazu bei, dass die Grenze zwischen Puppen und Menschen sich auflöst und alle sich zu einer umfassenden Einheit verbinden. Darüber hinaus glänzt Rattay als minderjährige Prostituierte. Johannes Benecke gibt mit gebrochener Stimme Vater Malik, der sterbend noch bereit ist zu lernen und neue Erkenntnisse zu gewinnen.

    Nur einige stoffbespannte Stellagen als Spielortbegrenzung benötigt Klemens Kühn und ganz wenige Requisiten, um einen passenden Rahmen zu gestalten. In diesem dreht Sostmann immer schneller am Handlungskarussell bis die Szenen sich ineinander zu verschränken beginnen. Doch immer lässt er genügend Zeit, dass sich angesprochene, gravierende Problemkreise wie Homophobie und Sterbehilfe sich setzen und wirken können. Die Umsetzung eines solchen Konzepts bedarf eines sehr wandelbaren Ensembles. Für dieses steht Daryna Mavlenko an diesem Abend besonders: Ihre bigotte, evangelikale Astrid gelingt - mit Verlaub - zum Kotzen stilecht. Andererseits zeichnet Mavlenko ganz zart die verwundete Seele Hananes, [...].

    Autor Wajdi Mouawad und Regisseur Moritz Sostmann singen packend und zu Herzen gehend ein „Hohes Lied der Liebe“. Das Publikum ist hingerissen.

  • Andrea Kutzendörfer - Zufall spielt entscheidende Rolle im Leben, in: Die Glocke (26.01.26)

    Die Puppenspieler Maximilian Teschemacher, Johannes Benecke und Franziska Rattay machen einen Super-Job, ebenso die weiteren sechs Schauspieler, […] wobei Alaaeldin Dyab den Künstler Talyani leibhaftig verkörpert.

    Rührend kommt das Gespann Doppelmörder (Puppe)/Bruder (Artur Spannagel) bei ihrer Begegnung im Knast rüber.

Vermittlung

Sie wollen mit einer Gruppe (Schulklasse o.ä.) DIE WURZEL AUS SEIN besuchen? Informationen zur Ticketbuchung finden Sie HIER.

Für Informationen und Anfrage zu weiteren Vermittlungsangeboten beraten Sie die Kolleg*innen vom Jungen Theater gerne.

Mit Klick auf das Puzzleteil finden Sie außerdem ausführliche Materialien zum Stück und zur Vor- und Nachbereitung mit Ihrer Lerngruppe.