© Sandra Then
Schauspiel

Bunbury - Ernst sein ist alles!

Eine oberflächliche Komödie für ernsthafte Leute von Oscar Wilde
PREMIERE
29. November 2025
Deutsch von Sebastian Schug
AUFFÜHRUNGSDAUER
ca. 2 Stunden und 30 Minuten, inklusive einer Pause

Was wäre, wenn man für einen Tag jemand anderes sein könnte? Jemand, der frei von den Zwängen der bürgerlichen Norm lebt? Um ihren gesellschaftlichen Verpflichtungen zu entkommen, immer dem Vergnügen entgegen, erfinden sich die beiden Freunde Jack und Algernon jeweils eine alternative Identität: Während Jack regelmäßig als sein feierlustiger Bruder "Ernst" in die Stadt reist, nutzt Algernon seinen erfundenen kranken Freund "Bunbury", um aufs Land fahren zu können.Ihnen gegenüber stehen Algernons Cousine Gwendolen, um deren Hand „Ernst“ alias Jack wirbt, und Jacks Mündel Cecily, die sich ungemein für die Erzählungen Jacks über seinen ‚bösen‘, feierwütigen Bruder „Ernst“ interessiert. Beide Frauen könnten sich nichts Besseres vorstellen als einen Mann namens Ernst zu heiraten: „Dieser Name löst so ein Sicherheitsgefühl aus.“ Als Algernon dann auch noch Jack auf dem Land besucht und sich als sein Bruder „Ernst“ ausgibt, ist das Wechselspiel aus Ernst und Unernst angerichtet.  

Oscar Wilde war einer der ersten Dandys, der wortgewandt und auffällig gekleidet die viktorianische Gesellschaft mit ihrer Zugeknöpftheit konfrontierte. Er feiert das schöne, wilde und queere Leben, wofür er letztlich zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt wurde und kurz darauf verarmt und krank in Paris verstarb. Inspiriert von der Biografie des irischen Autors und dessen Vorliebe für Genuss und Glamour, bringt das Team rund um Regisseur Sebastian Schug die Komödie auf die große Bühne. 

 

Inszenierungsfotos

  • Ilja Harjes, Artur Spannagel, Pascal Riedel, Elzemarieke de Vos, Clara Kroneck / © Sandra Then
  • Artur Spannagel, Agnes Lampkin / © Sandra Then
  • Raphael Rubino, Ansgar Sauren / © Sandra Then
  • Ansgar Sauren, Pascal Riedel / © Sandra Then
  • Elzemarieke de Vos, Pascal Riedel / © Sandra Then
  • Ilja Harjes, Clara Kroneck, Artur Spannagel, Pascal Riedel, Ansgar Sauren, Elzemarieke de Vos / © Sandra Then
  • Raphael Rubino, Clara Kroneck, Artur Spannagel, Ilja Harjes, Ansgar Sauren, Elzemarieke de Vos, Pascal Riedel, Agnes Lampkin / © Sandra Then
  • Ansgar Sauren, Clara Kroneck / © Sandra Then
  • Elzemarieke de Vos, Ilja Harjes / © Sandra Then
  • Clara Kroneck / © Sandra Then
  • Pascal Riedel, Ansgar Sauren / © Sandra Then
  • Elzemarieke de Vos, Pascal Riedel / © Sandra Then
  • Pascal Riedel, Agnes Lampkin, Clara Kroneck, Artur Spannagel, Ansgar Sauren / © Sandra Then

Trailer

Pressezitate

  • Edda Breski - Glitzer, Straußenfeder und knappe Badehöschen, in: Westfälischer Anzeiger (02.12.25)

    Das Theater Münster zeigt im Großen Haus Oscar Wildes Komödie "Bunbury - Ernst sein ist alles!" So camp, dass man irgendwann nur noch lacht: über absurde Hüte und knappe Badehöschen, über Glitzer und Straußenfedern und all die Zeichen, mit denen Schwule ihr Queersein feiern. Über immer noch eine Zote und vor allem über die Leichtigkeit, mit der Regisseur Sebastian Schug die Gesellschaftskomödie in eine Feier des Hedonismus verwandelt.

    Bei allen Fummeleien unterm Morgenmantel funkeln die Dialoge. Die Spitzen treffen immer noch. Das Timing sitzt, kurze Ausflüge in Alltagssprache lockern auf, ohne den Originaltext zu beeinträchtigen, und die Spieler spielen sich immer freier, besonders Elzemarieke de Vos als pinke Cecily und Pascal Riedel als Algernon: Zwei derart schamlos mit dem Publikum flirtende Bühnentiere sind ein toller Anblick.

    Schugs "Bunbury" ist definitiv ein Silverstück. Ein goldbeglitzertes Extralob geht an Jan Freese für die Bühne und Nico Zielke für die Kostüme (in Zusammenarbeit mit Viktor Reim).

    Schug feiert einen Lebensstil, und sein Algie/Oscar spielt dermaßen auf, dass sich dafür das Hingeben lohnt.

    Pascal Riedel muss seinen Auftritt in so herrlichen Staffagen (...) absolvieren, und bei Gott, er macht etwas daraus. Riedel stellt sich breitbeinig an die Rampe (...) und schafft es, sexuell selbstbewusst zu wirken, ohne zur Karikatur der Lüsternheit zu werden - gerade kein verirrter Frank'n'Furter, sondern wirklich ein moderner Dandy. (...) Neben Riedel spielt Ansgar Sauren als Jack Worthing den leicht zerstreuten, auf Korrektheit bedachten Typen. 

    Es scheint zunächst, als könne Agnes Lampkin als Lady Bracknell gegen Riedel und seine lustige Feengesellschaft nicht anspielen, doch von wegen, im Finale erscheint sie mit einer Fregatte auf dem Hut (...) und gibt die Mutter des pragmatischen Egoismus.

  • Andrea Kutzendörfer - Ein kluges Spiel mit Identität, Witz und Maskerade, in: Die Glocke (01.12.25)

    Eine tolle Aufführung, auf die Spitze getrieben von den exzentrischen Kostümen, die sich Nico Zielke hat einfallen lassen. 

    Exhibitionistisch dem Glanz der Oberflächlichkeit hinterherjagend, zeigen die Protagonisten mit großer Freude am Spiel, worum es Oscar Wilde ging.

    Mit „Bunbury – Ernst sein ist alles!“ wies der irische Rebell dem prüden Bürgertum den Weg und löste bei der Premiere seines Stücks im münsterschen Theater Begeisterung aus.

  • Harald Suerland - Männer in wehenden Gewändern, in: Westfälische Nachrichten (01.12.25)

    Aus ihrem Heranwanzen mit flott folgenden Verlobungen in London und auf Jacks Landsitz macht Schug im ersten Teil ein turbulentes, gern auch über die Stränge schlagendes Vergnügen, dessen wahre Hauptdarsteller Wildes Bonmots sind.

    Clara Kroneck wiederum spielt die geistreiche Gwendolen mit erotischem Faible für den Namen Ernst so wunderbar gaga, dass man dieser Lady stundenlang folgen möchte.