Pascal Riedel / (c) Sandra Then
Schauspiel

Toxische Männer

Konstantin Küspert
PREMIERE
27. März 2026
URAUFFÜHRUNG | AUFTRAGSWERK

Aufführungsdauer
1 Stunde und 40 Minuten, keine Pause

„liebe menschen. hallo. schön euch kennenzulernen.“ Die wohlwollende Herrscher-KI kim hat in der nahen Zukunft das Internet ersetzt, um Ordnung in das menschengemachte Chaos zu bringen. kim errechnet, dass männliche Machtfantasien und der daraus resultierende Geschlechterkampf Grund vielen Übels sind. So sorgt kim kurzerhand für eine geschlechtergetrennte Welt, in der die Medizin hoch entwickelt ist, alle einem sinnhaften Job nachgehen und jenseits der Überproduktion optimal versorgt sind. Während kim von diesem verführerischen Frieden träumt, muss Prometheus – der erste Mann, der sich gegen die Götter erhoben und damit die Zivilisation begründet hat – ertragen, dass seine Leber gefressen wird. Bei ihm regt sich Widerstand gegen die göttliche Bestrafung, ebenso keimen Umsturzpläne gegen kim auf. Sollten sie kims Kabel kappen?

Wie kaum ein anderer Autor versteht der vielfach ausgezeichnete Dramatiker Konstantin Küspert es, uns in unseren dunklen Befürchtungen bei Betrachtung der Weltlage ein befreiendes Lachen zu ermöglichen. Seine Komödie Toxische Männer vereint die verschiedenen Spielarten des Humors mit einer treffenden Zeitdiagnose und macht uns einen Vorschlag, wie die schöne neue Welt aussehen könnte.

Gefördert im Rahmen von Neue Wege vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.

Inszenierungsfotos

  • Raphael Rubino / (c) Sandra Then
  • Pascal Riedel, Raphael Rubino, Agnes Lampkin, Elzemarieke des Vos / (c) Sandra Then
  • Agnes Lampkin, Pascal Riedel, Alaaeldin Dyab / (c) Sandra Then
  • Elzemarieke de Vos / (c) Sandra Then
  • Raphael Rubino, Alaaeldin Dyab / (c) Sandra Then
  • Pascal Riedel, Alaaeldin Dyab, Agnes Lampkin / (c) Sandra Then
  • Elzemarieke de Vos, Pascal Riedel / (c) Sandra Then
  • Elzemarieke de Vos, Raphael Rubino / (c) Sandra Then
  • Pascal Riedel, Alaaeldin Dyab / (c) Sandra Then
  • Agnes Lampkin, Elzemarieke de Vos / (c) Sandra Then
  • Elzemarieke de Vos, Agnes Lampkin / (c) Sandra Then

Trailer

Pressezitate

  • Helmut Jasny - Die Utopie wird zur Dystopie, in: Westfälische Nachrichten (30.03.26)

    Mit „Toxische Männer“ bringt Konstantin Küspert eine Utopie auf die Bühne, die scheitert und sich am Ende in eine Dystopie verwandelt. Das ist eine bewährte Mechanik im Science-Fiction-Genre. Und dass es sich bei diesen Vorlagen bedient, gehört hier offensichtlich zum Konzept. Aber er macht es gut. Immer wieder meint man, etwas wiederzuerkennen, und doch fügt sich am Ende alles zu einer ganz eigenen Erzählung. Einer recht abenteuerlichen, zugegeben.

    Humor ist dabei das vorherrschende Element. Und auch hier wird fröhlich gewildert. Manchmal ist die Komik durchaus subtil, ein andermal eher handfest bis hin zu Kalauer und Klamauk. Und das gilt ebenso für die Inszenierung von Cilli Drexel.

    Ein 110-minütiger Ritt durch Scherz und Satire, aber insgesamt stimmig und sehr amüsant.

    Das fünfköpfige Ensemble deckt mehrere Rollen ab und absolviert diese Aufgabe mit Wandlungsfähigkeit und einer Freude am Spiel, die sich schnell auf das Publikum überträgt.

  • Andrea Kutzendörfer - Wenn die KI mit „toxischen Männern abrechnet“, in: Die Glocke (30.03.26)

    Richtig gut gelungen ist der Auftritt von Alaaeldin Dyab, wenn er die strukturelle Geschlechterdominanz umkehrt und davonberichtet, dass er nun endlich wählen dürfe und wie komisch sich das anfühle. Wenn er versucht, die weibliche Sprache abzuschaffen, und jammert, es brauche mehr „Kanzlerinnener“, stoßen wohl vor allem weiblichen Zuschauern die Ungerechtigkeiten so richtig übel auf.

  • Ben Baur - Harmlose Drastik, in: Die Deutsche Bühne (28.03.26)

    Konstantin Küspert und das Theater Münster beschreiben mit der Uraufführung unbestritten ein zentrales Thema der nicht neuen, aber immer dringlicher erscheinenden Debatte um Patriarchat und Gewalt.

  • Achim Lettmann - Cilli Drexel inszeniert „Toxische Männer“ als theatrale Bilderfolge, in: Westfälischer Anzeiger (30.03.26)

    Die neongrünen Uniformen von Nicole Zielke (Kostüme) sind ein greller Kommentar zur bösen Propagandashow des Diktators.

    Amüsant ist, wie Alaaeldin Dyab im goldigen Brokatrock um Gleichstellung für Männer wirbt („Wir sind Menschen“) und damit die Notlage wechselt. Er will „Königinnener“ und „Direktorinnener“, er gendert die weiblichen Begriffe, dass es pointiert und hilflos zugleich klingt.