Toxische Männer
Aufführungsdauer
1 Stunde und 40 Minuten, keine Pause
„liebe menschen. hallo. schön euch kennenzulernen.“ Die wohlwollende Herrscher-KI kim hat in der nahen Zukunft das Internet ersetzt, um Ordnung in das menschengemachte Chaos zu bringen. kim errechnet, dass männliche Machtfantasien und der daraus resultierende Geschlechterkampf Grund vielen Übels sind. So sorgt kim kurzerhand für eine geschlechtergetrennte Welt, in der die Medizin hoch entwickelt ist, alle einem sinnhaften Job nachgehen und jenseits der Überproduktion optimal versorgt sind. Während kim von diesem verführerischen Frieden träumt, muss Prometheus – der erste Mann, der sich gegen die Götter erhoben und damit die Zivilisation begründet hat – ertragen, dass seine Leber gefressen wird. Bei ihm regt sich Widerstand gegen die göttliche Bestrafung, ebenso keimen Umsturzpläne gegen kim auf. Sollten sie kims Kabel kappen?
Wie kaum ein anderer Autor versteht der vielfach ausgezeichnete Dramatiker Konstantin Küspert es, uns in unseren dunklen Befürchtungen bei Betrachtung der Weltlage ein befreiendes Lachen zu ermöglichen. Seine Komödie Toxische Männer vereint die verschiedenen Spielarten des Humors mit einer treffenden Zeitdiagnose und macht uns einen Vorschlag, wie die schöne neue Welt aussehen könnte.
Gefördert im Rahmen von Neue Wege vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.
Ton
- teilweise durch Musik geschaffene bedrohliche Atmosphäre
- laute Hintergrundgeräusche (Jubel, Gewitter, Kampfjet)
- Echo durch Mikrofon
- Schrei durch Ensemble
Beleuchtung
- Dunkelheit
- grelle Lichteinstellungen
- Blitz-ähnlicher Lichteffekt
- Stroboskop-ähnlicher Lichteffekt
Video & Bilder
- Diskolichter werden in Publikumsbereich projiziert
Geruchs-, Tast- und Atemreize
- Nebel
- Zigarettenrauch (Theaterzigarette ohne Nikotin)
Interaktives, Überraschendes
- Ensemble bespielt und betritt den Publikumsbereich, Publikumsinteraktion wird nicht erwartet
Die Inszenierung “Toxische Männer” findet für die Themen Diktatur, Gewalt, Faschismus und Misogynie verschiedene überspitze und teils satirische Darstellungsweisen.
Dies betrifft insbesondere die sprachliche Thematisierung von…
- Krieg (unter anderem in der Ukraine)
- Psychische und physische Gewalt gegen Frauen
- Politischer Machtmissbrauch (unter anderem in Nordkorea)
sowie die sprachliche Thematisierung von Erkrankungen wie
- Krebserkrankung und Formen der Behandlung (kurze Erwähnung)
- Suchterkrankung (Schnüffelsucht)
Des Weiteren kommt es zur Darstellung von
- Gefangenschaft und Folter
- Blut und offenen Wunden
In der Inszenierung wird bewusst, vom Patriarchat bedingte, Sprache genutzt, die eine Vielzahl an Personengruppen diskriminiert.