Graf Wetter von Strahl wird angeklagt für „schändliche Zauberei, aller Künste der schwarzen Nacht und der Verbrüderung mit dem Satan“, denn seit die Schmiedstochter Katharina den Ritter gesehen hat, folgt sie ihm traumwandlerisch durch jedes Abenteuer. Weder freundliche Bitten noch Peitschenhiebe, weder brennende Burgen noch Schwertkämpfe halten das Käthchen davon ab, der bedingungslosen Liebe zu folgen, die sie sich selbst nicht erklären kann. Graf Wetter von Strahl hingegen wirbt um die geheimnisvolle Kunigunde von Thurneck, welche er für eine Kaiserstochter hält, die ihm in einem Fiebertraum prophezeit wurde. In einer Mischung aus Märchen, Schauerroman und Legende erzählt Heinrich von Kleist von einer chaotischen Welt, die sich nur durch Träume begreifen lässt.