Schauspiel

Das Vermächtnis - 1. Teil

Matthew Lopez
Wiederaufnahme
07. Oktober 2023
Aus dem Amerikanischen von Hannes Becker
Frei nach dem Roman Howards End von E. M. Forster

1. Teil: ca. 3 Stunden, Pause nach ca. 1 Stunde, 40 Minuten
Große Pause zwischen den Teilen von ca. 1 Stunde, 30 Minuten mit optionaler Verköstigung
2. Teil: ca. 2 Stunden, 40 Minuten, Pause nach ca. 1 Stunde

Das Vermächtnis

Theater·stück in 2 Teilen von Matthew López                        

ab 8.2.

 

 

Schwule Männer in New York

Eric und Toby sind ein schwules Paar.

Sie leben in New York.

Und sie genießen ihr Leben.

In New York ist Homo·sexualität ganz normal.

Jeder Mensch kann in New York so leben, wie er will.

 

Auf einmal ändert sich alles

Dann kommt das Jahr 2016.

Die Amerikaner wählen einen neuen Präsidenten.

Die Amerikaner wählen Donald Trump.

Jetzt ist Homo·sexualität nicht mehr normal.

Manche Menschen beschimpfen Homo·sexuelle.

Manche Menschen wollen Homo·sexualität verbieten.

 

Eric und Toby streiten

Eric und Toby fühlen sich nicht mehr sicher.

Sie waren bis zu Trumps Wahl glücklich.

Jetzt streiten sie immer öfter.

 

 

Ältere schwule Männer er·innern sich

Ältere schwule Männer erzählen den jungen Schwulen:

            Früher hat sich niemand getraut zu sagen:

                        Ich bin schwul.

Damals gab es eine neue Krankheit:

            Aids.

Manche Leute haben gesagt:

            Aids ist die Schwulen-Seuche.

Die Leute haben gesagt:

            Gott bestraft Homo·sexuelle mit der Krankheit Aids.

 

Viele Homo·sexuelle haben für ihre Rechte gekämpft

Viele junge Homo·sexuelle finden diese Rechte normal.

Die alten Homo·sexuellen sagen:

            Wir müssen weiter für unsere Freiheit kämpfen.

            Denn die Rechte von Homo·sexuellen sind nicht mehr sicher.

            Immer mehr Menschen wollen Homo·sexuelle bestrafen.

 

 

Das Vermächtnis ist ein erfolgreiches Theater·stück

Das Stück ist schon in New York gezeigt worden.

Und in London.

In beiden Städten waren die Zuschauer begeistert.

Und das Stück hat viele Preise gewonnen.

 

 

 

Übersetzung in Leichte Sprache: Büro für Leichte Sprache – Niederrhein

Prüferinnen:  Michaela Kleutges, Claudia Schürmann, Sabine Vogt und Anja Wiegand

leichte-sprache@lebenshilfe-krefeld.de
 

GROßE GEFÜHLE & FEINE KULINARIK


Genießen Sie in der großen Pause zwischen den beiden Teilen von DAS VERMÄCHTNIS ein köstliches Büfett inklusive ein Freigetränk.

Büfett: 35,00€ p. P. 

Tickets für beide Teile im Paketpreis + Buffet sind ONLINE und an der THEATERKASSE erhältlich.

Trailer

  • Ansgar Sauren, Anton Dreger, Pascal Riedel / © Hans Jürgen Landes
  • Ensemble / © Hans Jürgen Landes
  • Davíd Gavíria, Julius Janosch Schulte, Alaaeldin Dyab, Artur Spannagel / © Hans Jürgen Landes
  • Pascal Riedel / © Hans Jürgen Landes
  • Artur Spannagel, Ansgar Sauren, Anton Dreger, Alaaeldin Dyab / © Hans Jürgen Landes
  • Frank-Peter Dettmann / © Hans Jürgen Landes
  • Anton Dreger, Ansgar Sauren / © Hans Jürgen Landes
  • Christian Bo Salle / © Hans Jürgen Landes
  • Ansgar Sauren / © Hans Jürgen Landes
  • Ansgar Sauren / © Hans Jürgen Landes
  • Pascal Riedel_Ansgar Sauren / © Hans Jürgen Landes
  • Davíd Gavíria, Ansgar Sauren, Anton Dreger / © Hans Jürgen Landes
  • Davíd Gavíria, Anton Dreger, Pascal Riedel, Artur Spannagel / © Hans Jürgen Landes
  • Julius Janosch Schulte, Anton Dreger, Ansgar Sauren, Frank-Peter Dettmann / © Hans Jürgen Landes
  • Julius Janosch Schulte, Pascal Riedel, Ansgar Sauren, Anton Dreger / © Hans Jürgen Landes
  • Bedrückend und begeisternd: „Das Vermächtnis“ feiert sechsstündige Premiere am Theater Münster – Am Ende siegt die Menschlichkeit

    Im Mittelpunkt des von Sebastian Schug packend inszenierten Stückes, das einen Bogen spannt von den Tagen der HIV-Epidemie in den 1980er-Jahren bis zur Wahl Donald Trumps 2016, stehen die drei schwulen Männer Eric Glass (Pascal Riedel), Toby Darling (Ansgar Sauren) und Adam McDowell (Anton Dreger) […].

    Im zweiten Teil des mitreißenden, sentimentalen, romantisch aufgeladenen Epos geht es im Kern um die Heilung von tiefreichenden Herz- und Seelenschmerzen, den Blick in die Zukunft und die Frage, was denn nun zu tun sei.

    Was war es denn nun für ein Theaterabend? Es war ein Ereignis, ein Beben, ein schauspielerischer Erdrutsch, der hohe Wellen wirft und noch lange nachwirken wird. Die Zuschauer im „Kleinen Haus“ feierten den großen Theaterabend und ein herausragendes Ensemble mit tosenden Ovationen und gingen wohl mit diesem weisen Satz hinaus in Münsters adventliche Abendkälte: „Ich glaube, dass jeder Mensch etwas in sich hat, das es zu verstehen gilt; ansonsten funktioniert das Zusammenleben nicht.“

     

    Hans Lüttmann, Westfälische Nachrichten, 5.11.2022

  • Mathew Lopez᾿ „Das Vermächtnis“ am Theater Münster

    „Es lohnt sich, es ist eine gut geschriebene Geschichte, hängt auch nicht durch, man bleibt gerne dran und die neun Schauspieler halten das auch gut durch, sind sehr präsent, auch die zum Schluss auftauchende Star-Schauspielerin Mechthild Großmann. Also, das lohnt sich und das Publikum hat das Ensemble bombastisch beklatscht und gefeiert, die waren die lange Zeit dabei und haben es gut befunden.“

     

    Martin Burkert, WDR 3 Mosaik, 5.12.2022, 7.10 Uhr

  • Lieben, Leben und Sterben in New York City

    Gesteigerte Erwartungen waren entstanden hinsichtlich eines Autors, dessen engagiertes Werk einen vorauseilenden Ruf wie Donnerhall genießt – und die Hoffnungen wurden sämtlich erfüllt. Trotz fünf Stunden währender Nettospielzeit war es eine die Aufmerksamkeit des Publikums restlos einsaugende Doppel-Vorstellung […]. Je nach inidividueller Kraft versuchen sie, sich selbst zu erkennen. Im Einzelfall kann das ein Blick in eine bodenlose Leere sein. […] Ergriffener Applaus und stehende Ovationen für ein überragendes politisches Melodram. In diesem beweisen Sebastian Schug, sein Dramaturg Tobias Kluge, die virtuosen Schauspieler und in der zweiten Hälfte Mechthild Großmann (Münster-„Tatort“) mit rauchig warmem Monolog nicht nur Mut zur Schönheit, sondern auch zu Momenten von kolossalem Pathos, auf das nach bewährter amerikanischer Sitte ein vorwärtsdrängender, purer Optimismus folgt.

     

    Alexander Reuter, Die Glocke, 6. Dezember 2022

  • Verstecken und aufbegehren - „Das Vermächtnis“ von Matthew Lopez ist ein Theater-Event im Theater Münster

    In Münster funktioniert wirkmächtiges Illusionstheater. […] Wie schwer und erniedrigend kann das Leben von Menschen in einer offenen Gesellschaft sein, wo der Neoliberalismus jedes Thema aus ökonomischer Perspektive lösen will? „Das Vermächtnis“ gibt Antworten, die bewegen. […] Was bedeutet der Populist für die Homosexuellen? Gehen Rechte verloren, nimmt der Hass zu? Diese Unsicherheit grundiert „Das Vermächtnis“. […] Regisseur Sebastian Schug schafft immer wieder intensive Momente. […] Die Spielstrategie, die hier aufgerufen wird, macht die erzählte Geschichte vielschichtig, authentischer. Acht Darsteller des großartigen Ensembles spielen 27 Rollen. Dieses Prozesshafte wird im Bühnenbild gespiegelt, das Jan Freese werkstattmäßig bereithält. […] Unterhalten wird das Publikum, wenn Klischees zu schwulen Partnerschaften in Münsters Kleinem Haus zum Amüsement zugespitzt werden. Matthew Lopez setzt ein vitales Gegengewicht zu den Schicksalen in „Das Vermächtnis“. Man wird mitgerissen vom Handlungsstrom, den Regisseur Schug nur stoppt, wenn auf einzelne fokussiert wird – manchmal auch zu kitschig. […] Mechthild Großmann tritt als Mutter eines Homosexuellen auf, den sie nie verstanden hat und der an Aids starb. Es ist ein Monolog voller Reue und eine Selbstoffenbarung, bei der Großmanns Stimme den Raum füllt […]. Das Premierenpublikum war tief ergriffen. Beifall, Jubel, Standing Ovations.

     

    Achim Lettmann, Westfälischer Anzeiger, 6.12. 2022

  • Vergangenes weitergeben - Neues entwickeln

    Regisseur Sebastian Schug fällt es bei einem derartig großartigen Ensemble leicht, die an Zeitsprüngen und Ortswechseln reiche Handlung in Szene zu setzen. Er konzentriert sich ganz auf die Handelnden, fokussiert sich völlig auf die Interaktionen und entwickelt perfektes Timing auf einer Bühne, die Jan Freese konzipiert hat: Die ist weitestgehend leer. Ein Schlagzeug und ein Barpiano, auf dem ab und an ein paar Töne geklimpert werden. Um die Stadt nachzubilden, reichen ein paar kleine Gebäudemodelle völlig aus. Schug entfaltet einen überbordenden, satten Bilderbogen, bei dem ein paar ganz tiefe Griffe in die Klischeekiste wie selbstverständlich dazu gehören. […] Hier gilt: selbst ansehen - und zwar nicht nur den ersten Teil. Ich verspreche es: Ihr werdet genauso begeistert sein wie das Premierenpublikum. […] Ein opulenter Theaterabend, der alle Sinne fesselt. Sebastian Schug macht den Theater-Marathon zum Ereignis.

     

    Thomas Hilgemeier, theaterpur, 7.12.2022