In ihrem Vortrag verbindet Trio Fatale analytische Reflexionen mit musikalischer Präsenz. Im Mittelpunkt stehen Verhältnisse – Verhältnisse in der Musik ebenso wie in gesellschaftlichen Zuschreibungen. Harmonische Spannungen, Klangbeziehungen und musikalische Rollen treten dabei in einen Dialog mit Geschlechterrollen, Machtstrukturen und tradierten Bildern in der Liedliteratur. Das Ensemble hinterfragt Kanonbildung und Rollenzuschreibungen und öffnet den Raum für bisher überhörte Stimmen. Ihr Zugang ist kein nüchterner Vortrag, sondern ein Zusammenspiel aus gesprochener Reflexion und sensibel ausgearbeiteter Klangsprache. Integrität und Instrumentierung bedeutet für sie, dass jede musikalische Geste aus dem Text erwächst: Instrumente, Klänge und Arrangements sind selbst Teil der Auseinandersetzung und kommentieren die Texte auf musikalischer Ebene. Liedtexte werden so nicht nur interpretiert, sondern in ihren inneren und äußeren Verhältnissen hör- und erlebbar gemacht. Mit einem Mix aus Reflexion, kompositorischer Intuition und darstellerischer Präsenz schafft das Ensemble ein Format, das Denken und Hören verbindet und das Publikum auf mehreren Ebenen anspricht. Dieses Lecture Concert lädt dazu ein, musikalische und gesellschaftliche Verhältnisse neu wahrzunehmen – hörend, reflektierend und im gemeinsamen Erleben. Besonders hierbei ist, dass das Ensemble nach dem Lecture-Concert noch zu einer Nachbesprechung, moderiert von der Germanistin Friederike Krüger, einlädt, um sich persönlich über die gewonnenen Eindrücke auszutauschen.
Mitwirkende: Trio Fatale / Carla Markmann / Friederike Krüger
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